...fragmentiert und grob geschüttelt...

über DS Walther

…über DS Walther…

Drei Perspektiven und ein paar Aspekte

Es hat nie zu einer spektakulären Biographie gereicht, und das ist gut so. Das Ich sind einige interessant Brüche und viel Aktivität in verschiedenen Bereichen. Eine richtige Karriere konnte ich dabei bislang immer wieder vermeiden.

Geboren wurde ich 1973 in Mainz als mittleres von drei Kindern einer deutschen Mittelklassefamilie. Die ersten Jahre verbrachte ich recht idyllisch als „Zugezogener“ in einem idyllisch gelegenen Reihenhaus einer kleinen, rheinhessischen Gemeinde, die ich heute nur noch besuche, wenn ich das Grab meines Vaters besucht . Die Obstfelder hinter unserem Haus und die kleine Bibliothek der Evangelischen Kirchengemeinde waren die bevorzugten Aufenthaltsorte meine Kindheit.

Die erste größere Veränderung kam mit dem Wechsel zum Gymnasium, denn anders als die meisten meiner Freunde ging ich auf ein Gymnasium in Mainz und entwickelte mich dort zu einem Nerd und Autoren. Ich nahm am Wettbewerb Jugend-forscht teil und begann für die Schülerzeitung zu schreiben, erst als Redakteur, später als  Chefredakteur. Meine Leistungsfächer in der Oberstufe waren Mathematik, Physik und Englisch. Mein Interesse an Literatur wurde im  Grundkurs „Deutsch“ bei Herrn Schäfer geweckt, während zwei Drittel des Kurses schlief.

An die Schulzeit schloss erst nahtlos mein Zivildienst und daran ein Studium der Physik an –  eine Entscheidung gegen den Willen meines Physikstammkursleiters, der es lieber gesehen hätte, wenn ich Lehrer geworden wäre. Das Physik-Studium brachte mich zum ersten Mal an Grenzen. Ich liebte das Physik-Studium, aber es blieb kaum Gelegenheit, die stärker werdenden, anderen Interessen zu verfolgen. Nach meinem Vordiplom beschloss ich, eine Auszeit zu nehmen. Das Angebot für ein Stipendium in Seattle/USA schien mir richtig, aber die Zweifel am Sinn meines Studiums wuchsen in den USA noch weiter. Das Schreiben wurde wieder wichtiger. Nach dem Jahr in der USA reiste ich einige Monate durch Mittel- und Südamerika, lernte Spanisch und beschloss, ein Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Philosophie in Berlin zu beginnen.

Das Studium in Berlin erwies sich als eine gute Entscheidung, ich begann mich für das Theater zu interessieren und arbeitete an einigen Produktionen und als Performance-Künstler, was für mich eine andere Ausdrucksform des Schreibens war. Nach dem Studium begann ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am gleichen Institut zu arbeiten, aber persönliche Gründe verhinderten, dass ich eine Promotion und eine akademische Karriere weiter verfolgte. Nach einem Lehrauftrag am Institut für Theaterwissenschaft verließ ich die Universität und begann als selbständiger Autor und Kulturmanager für einige Gruppen und befreundete Künstler zu arbeiten.

Zu diesem Zeitpunk war ich gut darin geworden, Karrieremöglichkeiten zu erkennen und auszuschlagen. Ausflüge in ein Call-Center als Teamleiter sowie zu einem Finanzdienstleister als Leiter des Qualitätsmanagements haben mir viel Spaß gemacht und ich konnte viel lernen, aber das Schreiben und (immer stärker werdend) auch das Lehren sind als Interessen geblieben. Derzeit unterrichte ich Deutsch und Englisch und schreibe als Autor die Texte, die Sie auf meiner Webseite verlinkt finden, sowie journalistische Texte für verschiedene Auftraggeber.

Mit meiner brasilianischen Frau lebe ich zwischen Berlin und Santos/Brasilien.

Am Anfang war der Satz. Ich erinnere mich sehr genau an diesen Satz. Es war ein Satz auf Papier und dieser Satz auf Papier war Material gewordener Gedanke. Und als materialisierter Gedanke beginnt der Satz ein Eigenleben, bei dem ich ihn am liebsten begleite. Etwas geschieht mit dem Material. Und es geschieht etwas mit mir.

Aber genau genommen muss ich noch weiter zurück gehen, denn am Anfang stand tatsächlich das Wort. Das zuerst aufgeschriebene, abgedruckte und dann gesprochene Wort. Sprache, nicht Sprechen. Eine Kindheitserinnerung. Meine Großmutter schenkt mir mein erstes „Buch“, es war ein pädagogisch wenig wertvoller Disney-Comic, und ich las mein erstes „eigenes“ Wort. In der Schule hatten wir gerade die einzelne Buchstaben zu malen gelernt. Meine Initiation in die Welt der Schrift war das Wort „Aua“ und ich habe längst vergessen, wer es gesagt hat, oder warum es gesagt wurde.

Am Anfang war das Wort, und das Wort wurde meins. Dann kommen die Sätze. Nach den Sätzen kommen die Bücher, zunächst die Bibliothek der kleinen evangelischen Kirchengemeinde meines Heimatdorfs. Unbemerkt schleicht sich dann das Schreiben hinzu. Eine klassische Jugendkarriere: In der Schülerzeitung kleine Versuche an kurzer Prosa und viele Sachtexte. Leider gab es niemanden, mit dem ich diese Leidenschaft teilen und auch bestärken konnte. Und so schlief sie wieder ein. Die Notwendigkeit des Schreibens kam einige Jahre später wieder, zur Bewältigung einer existenziellen Krise. Ein nie veröffentlichter Roman ist am Entstehen, der aus vermutlich guten Gründen nie beendet wird und dank medialer Umbrüche längst verloren ist. Lebe wohl, Schwarze Spinne, begraben auf einer 3,5-Zoll-Diskette.

Mit dem Studium kommt das Schreiben zurück: Wissenschaftliches Arbeiten und die entsprechende Prosa. Ein paar Sachtexte, Arbeit für Brockhaus. Daneben immer wieder auch nicht-wissenschaftliches Schreiben. Kurze Prosa. Ein paar kleine Publikationen, bis ich mich nach einigem Leiden gegen die Wissenschaft und für das Schreiben entscheide, ohne zu ahnen, dass mich diese Entscheidung erneut in eine um so größere, existenzielle Krise werfen würde.

Kleine Sachen entstehen, meine erste Arbeit an einem Roman. Ein zweiter Roman wird geplant. Dazwischen kleinere Sachen: Dramatisierungen nicht-dramatischer Texte. In dieser Zeit entsteht eine erste Webseite, sehr persönlich und rücksichtslos offen. Lange bevor es die ersten sozialen Netzwerke gibt, bin ich mein eigener sozialer Knotenpunkt im Internet. Dann eine große Schreibpause. Es gibt wenige Konstanten in meinem Leben, aber das Schreiben bleibt. Zuerst als Sehnsucht, dann als Utopie, schließlich als konkreter Wunsch. Dann als Projekt und jetzt als Lebensunterhalt. Daraus entspringt meine Webseite „DWR“, sie dient als Projekt der Ideensammlung und Veröffentlichung. Es ist ein öffentliches Notizbuch. Das wird notwendig, weil ich eine zunehmende Politisierung an mir selbst bemerkte, die nicht von den Texten getrennt werden kann oder soll. DWR ist der Versuch in einen Austausch zu treten, manchmal nur mit mir selbst – auch das ist zu verkraften. Insofern ist DWR auch der Prozess einer Selbstvergewisserung, wie mein Schreiben es immer geblieben ist.

Aus DWR ist inzwischen DSW geworden und meine Initialen stehen als Zeichen für meine Texte. Wieder will ich mich nicht festlegen lassen. Aus der wissenschaftlichen Prosa, dem Ghostwriting für Autoren und Wissenschaftler, den spärlichen Veröffentlichungen und den Web-Projekten entsteht der Wunsch nach Veränderung auch in meinen Texten. „Resonanzfrequenz“ ist ein Entwicklungsroman. „Spekulativ“ ist ein noch unvollendeter Roman über die aufregenden Gründungsjahre der New Economy. Die „São-Paulo-Trilogie“ ist als Krimi angelegt. Weitere Experimente werde folgen. Das ist marktwirtschaftlich nicht sinnvoll. Aber ich kann mich nun einmal nicht festlegen.

 

Das ist die Webseite von DS Walther mit Informationen über mich und meine Texte Ich liebe das Lesen und das Schreiben. Meine ersten Texte habe ich erst als Redakteur, dann als Chefredakteur einer Schülerzeitung verfasst. Zur gleichen Zeit ist auch ein (glücklicherweise verschollener) Science-Fiction-Roman entstanden, der in etwa das Thema von „Star Trek: Raumschiff Voyager“ hatte. Ich lese und schreibe Texte, weil ich das Lernen liebe, Neues kennen zu lernen ist meine Passion. Das beschreibt auch mein Leben.

Obwohl ich Chefredakteur einer Schülerzeitung gewesen bin habe ich mich erst gegen das Schreiben und für ein Physik-Studium entschieden. Nach 3 Jahren und einem Stipendium bzw. einem Auslandsaufenthalt in den USA habe ich mich kurz vor dem Abschluss des Physikstudiums dann aber doch gegen die Naturwissenschaften und für etwas ganz gegensätzliches entschieden: Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie.

Während meines geisteswissenschaftlichen Studiums habe ich als Performance-Künstler gearbeitet und das Performance-Netzwerk „Performer Stammtisch“ mit gegründet. Außerdem begann ich als studentische Hilfskraft im Institut für Theaterwissenschaft der FU Berlin zu arbeiten, u.a. Texte für die Veröffentlichung in einem Verlag vorzubereiten, Korrekturlesen und Fahnenkorrektur etc.

Nach dem Abschluss meines Studiums arbeitete ich als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am gleichen Institut. Aber ich war nicht bereit, mich auf das wissenschaftliche Schreiben festzulegen. Mit einem Lehrauftrag beendete ich meine akademische Laufbahn und arbeitete als freier Autor, Ghostwriter und Kulturmanager. Diese Arbeit machte mir zwar viel Spaß, aber die finanzielle Unbeständigkeit sowie ein neuer Ruf nach Veränderung ließen mich als Teamleiter und Qualitätsmanager zu zwei Start-Ups wechseln.

Nach über fünf Jahren als Leiter des Qualitätsmanagement einer Abteilung mit einem siebenstelligen Budget trieb mich erneut die Lust nach Veränderung zu einem Wechsel. Mit meiner brasilianischen Frau zog ich nach Santos/Brasilien, wo ich als Deutsch- und Englischlehrer sowie Übersetzer und Autor arbeite.

Das Schreiben und Lehren blieb als Konstante während der Veränderungen in meinem Leben bestehen. Auch während meiner „un-literarischen“ Arbeiten (ich liebe Excel) habe ich als freier Autor Texte veröffentlicht oder anderen bei der Erstellung ihrer Texte geholfen. 2012 begann ich mich für das Self-Publishen zu interessieren und habe meinen ersten Roman als Indie-Autor veröffentlicht. Mehr über meine Veröffentlichungen gibt es im Bereich hier. Meine aktuellen Schreib-Projekte kann man an der Werkbank ansehen. Andere Online-Projekte sind mein Blog über das Leben in Brasilien unter www.an-endless-summer.com. Mein „alter“ Blog über das Leben, Schreiben, und Fragmente meiner politischen Meinungsbildung wird nicht mehr weiter geführt.

Social-Media-Profile gibt es auf: Twitter, XING , LinkedIn und Facebook.

Falls Sie Fragen oder Interesse an einer Zusammenarbeit haben, schreiben Sie mir doch einfach eine Mail.

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